Die standesamtliche Trauung

Da in Deutschland seit 1876 eine kirchliche Trauung nicht mehr als gültige Ehe anerkannt wird, muss der Staat die Ehe zuvor durch eine standesamtliche Eheschließung besiegeln. Um sich auf dem Standesamt vor einem Standesbeamten (heute überwiegend vor einer Standesbeamtin) und der Familie das “Ja”-Wort geben zu können, müssen Sie bei der Anmeldung der Trauung einige Unterlagen vorlegen, ohne die keine Ehe geschlossen werden kann. Beide Partner sollten aus diesem Grund auch gemeinsam auf den Standesamt erscheinen!

 DAS „AUFGEBOT“

Wer auf dem Standesamt heiraten möchte, muss ein Aufgebot bestellen. So sagte man früher, mittlerweile ist aus dem Aufgebot die einfache Anmeldung geworden. Diese sollte man auf jeden Fall 6 Monate vor dem Wunschtermin erledigen. Im Grunde kann man in manchen Standesämtern auch früher heiraten, aber man sollte sich trotzdem an diese Regel halten. Man kann mit dem Standesbeamten alle Wünsche vorher absprechen, wie die Trauzeugen, die Musik, das Tauschen der Ringe und mehr.

NOTWENDIGE UNTERLAGEN UND DOKUMENTE FÜR DAS STANDESAMT

Man kann die Unterlagen vorab vorlegen, um sich vor der Trauung viel Mühe zu ersparen. Man sollte auf jeden Fall einen gültigen Personalausweis oder aber Reisepass vorlegen können. Dann braucht man einen Auszug oder aber die beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch. Dies aber nur, wenn die Eltern nach dem 01.01.1958 in Deutschland die Ehe eingegangen sind. Man erhält den Nachweis oder Auszug beim Standesamt. Dort wird es geführt und zwar am Heiratsort.

Weiterhin braucht man eine Abstammungsurkunde des Partners, wenn die Eltern vor dem 01.01.1958 geheiratet haben. Man braucht die Abstammungsurkunde auch, wenn man als Kind angenommen wurde. Weiterhin bedarf es der Aufenthaltsbescheinigung der Meldebehörde, wenn man nicht am Ort des Standesamtes wohnt. Die meisten Paare wohnen aber schon vor der Ehe zusammen! Dann noch, wenn vorhanden, ein Nachweis über den akademischen Grad, wenn man diesen eintragen lassen möchte.

Wenn man schon verheiratet war, braucht man noch die beglaubigte Abschrift der letzten Ehe aus dem Familienbuch. Es geht hierbei um den Auflösungsvermerk.

Bei Kindern braucht man noch eine Abstammungsurkunde und wenn man minderjährige Kinder aus einer anderen Ehe hat, ebenfalls die Abstammungsurkunde und das gerichtliche Urteil über das Sorgerecht.

 DIE ZEREMONIE

Die Zeremonie ist eigentlich immer recht leicht. Die Trauung wird ungefähr 20-30 Minuten dauern und besteht erst einmal aus der Begrüßung des Brautpaares, dann werden die Personalien festgestellt und falls vorhanden, die der Trauzeugen. Ist dies geschehen, betritt man das Trauzimmer und hört eine kurze Ansprache des Beamten. Dann folgen die Trauung und danach der Ringwechsel und natürlich auch der Hochzeitskuss. Die Ehebucheintragung wird von dem Beamten verlesen und dann müssen Ehemann und Ehefrau unterschreiben. Natürlich unterschreibt man schon mit seinem neuen Nachnamen. Ist dies geschehen, dürfen alle gratulieren!

DER ORT DER TRAUUNG

In jeder Stadt gibt es ein Standesamt, manche bieten jedoch besondere Angebote an. So kann man sich am Wasser trauen lassen, in einem Klosterhof, in einer Burg oder mehr. Möchte man an anderen Orten heiraten, kann man trotzdem die Anmeldung im eigenen Standesamt durchführen und die Unterlagen weiterreichen lassen. Oft entstehen dafür Kosten, dies wird der Standesbeamte dann aber auch mitteilen.

BELIEBTE TAGE FÜR DIE TRAUUNG AUF DEM STANDESAMT

Es gibt immer wieder beliebte Tage für die Trauung auf dem Standesamt, so wie zum Beispiel der 11.11. 2011 oder aber der 1.4.2014 und ähnliches. Viele Menschen wollen ein ganz besonderes Datum und warten gerne mit der Hochzeit genau darauf. Aber im Grunde bringt dieses weder mehr Glück noch Unglück!

 Minderjährigkeit

Ein Minderjähriger bedarf der vormundschaftsgerichtlichen Befreiung vom Erfordernis der Volljährigkeit zum Heiraten. Dazu wird der Inhaber der elterlichen Sorge befragt. Erteilt der Richter die Erlaubnis, müssen die Sorgeberechtigten beim Standesbeamten nicht unterschreiben. Heiraten darf hierzulande nur, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat. Eine Ehe zwischen zwei Minderjährigen ist ausgeschlossen.

Fotografieren und Videos

Fragen Sie bei der Anmeldung auch gleich nach, ob während der Trauung fotografiert oder gefilmt werden darf. Im rechtlichen Sinne handelt es sich um eine Amtshandlung, bei der nicht fotografiert, gefilmt oder auf Tonband aufgenommen werden darf. Es liegt im Ermessen des Standesbeamten eine Ausnahme zuzulassen. Um Störungen zu vermeiden, wird meist nur ein Fotograf gestattet. Entweder einen Berufsfotografen, den Sie engagiert haben, oder eine Privatperson, die schöne Fotos von Ihrer Hochzeit festhalten soll.

Reis werfen zur Hochzeit

Ein alter Brauch ist es, das Paar nach der Trauung mit Reis zu bewerfen. Viele Standesämter sehen dies nicht gerne, da Personen durch Stürze verletzt werden können. In anderen Städten gibt es sogar noch andere Gründe des Verbotes (z.B. Tauben).

Trauzeugen

Da Trauzeugen für die Eheschließung keine Bedeutung mehr haben, wurde das das Ehegesetz am 01. Juli 1998 aufgehoben und alle eherechtlichen Vorschriften wurden wieder, wie von 1900 – 1946 auch schon, in das Bürgerliche Gesetzbuch eingegliedert. Für die standesamtliche Trauung sind also keine Trauzeugen mehr vorgeschrieben. Wenn Sie aber trotzdem nicht auf diesen schönen Brauch verzichten möchten, so dürfen Sie maximal zwei Personen zur standesamtlichen Trauung als Trauzeugen benennen, welche Volljährig und zudem noch als Beweis den Personalausweis auf dem Standesamt vorzeigen müssen.

Für die katholische Trauung sind aber nach wie vor für jeden Ehepartner Trauzeugen Pflicht. Hier können es zum Beispiel die Eltern, Geschwister oder sogar gute Freunde sein.