Namensrecht zur Hochzeit

Das Namensrecht bei der Hochzeit beschäftigt viele Menschen und doch ist es unkomplizierter, als man sich dies vielleicht denkt. Wenn man vorab darüber informiert ist, was bei dem Namensrecht bei der Hochzeit erlaubt ist und was nicht, wird man sich eher entscheiden können. Daher möchten wir Sie hier gerne etwas über das Namensrecht aufklären.

Das freie Namensrecht gibt es noch gar nicht so lange, es existiert erst seit dem Jahre 1991. Schon im Jahre 1896 wurde im BGB festgelegt, dass die Frau den Namen des Mannes anzunehmen hat, aber ab dem Jahre 1957 durfte die Frau ihren Geburtsnamen zumindest per Bindestricht hinter den Namen des Ehemannes hängen. Seit 1976 gibt es schon das Recht, sich einen der beiden Nachnamen auszusuchen. Wenn man keine Einigung fand, hatte der Mann Priorität. Nicht ganz so fair, aber diese Zeiten gehören ja nun der Vergangenheit an.

 Die getrennte Namensführung für Ehegatten gibt es gesetzlich erst seit 1994, von 1976 bis 1991 musste man den Namen des Mannes oder den der Frau zum Ehenamen bestimmen. (Von April 1991 bis 1994 galt ein Beschluß des Bundesverfassungsgerichts, der die getrennte Namensführung vorübergehend regelte. Der hat heute natürlich keine Bedeutung mehr). 

WER DARF WELCHEN NAMEN TRAGEN

Schon bei der Anmeldung auf dem Standesamt wird man nach den Ehenamen gefragt. Dieser wird bei der Trauungaber noch einmal genannt und man könnte ihn in letzter Sekunde noch ändern. Schon die Unterschrift auf dem Standesamt erfolgt mit dem neuen Namen. Man darf schon vor der Trauung üben, mit den neuen Namen zu unterschreiben.

Nicht immer ist es leicht, sich für einen Namen zu entscheiden, um dies leichter zu machen, sollte man alle Namen auf einem Blatt Papier ausprobieren. Man wird so recht schnell doch zu einer Lösung kommen.

Man kann den Namen des Ehepartners annehmen oder aber auch seinen eigenen Namen behalten. Man kann durchaus auch den Doppelnamen nutzen, entweder der Mann oder die Frau. Komischerweise dürfen nicht beide Partner einen Doppelnamen führen.  Und mehr als zwei Nachnamen sind auch nicht erlaubt, dies ist zwar nur selten von Wichtigkeit, aber es muss erwähnt werden!

Möglichkeit 1 – Getrennte Namensführung

Wenn das Brautpaar keinen gemeinsamen Familiennamen wählt, behält jeder seinen Familiennamen wir vor der Eheschließung. Dies kann auch ein Name aus einer früheren Ehe sein. Maria heißt also weiter Meier und Thorsten eben Müller. Bei der Geburt des ersten Kindes müssen die Eltern aber bestimmen, ob das Kind den Geburtsnamen der Mutter oder den des Vaters erhalten soll. Die Bestimmung gilt auch für alle nachfolgenden Kinder!

Möglichkeit 2 – Gemeinsamer Familienname

Bei einer Eheschließung kann der Geburtsname der Frau oder der des Mannes zum gemeinsamen Familiennamen bestimmt werden. Eine Änderung ist leider später nicht mehr möglich! Der Geburtsname ist nicht unbedingt der Name, den Braut oder Bräutigam bei ihrer Geburt bekommen haben, sondern der Familienname, der zum Zeitpunkt der Hochzeit in der Geburts- oder Abstammungsurkunde steht. Auch ist es nicht möglich, einen Namen aus einer früheren Ehe zum Ehenamen der neuen Ehe zu bestimmen.

Wenn beide sich aber zum Zeitpunkt der Eheschließung noch nicht sicher sind, und erst einmal den eigenen Geburtsnamen behalten möchten, so können sie die Wahl eines gemeinsamen Namens jederzeit während der Ehe durch eine Erklärung bei ihrem Wohnsitzstandesamt nachholen.

Möglichkeit 3 – Doppelname

Ein gemeinsamer Doppelname, den beide Ehepartner tragen, ist rechtlich nicht zugelassen. Dies ist sicherlich eine Frage der Rechtstraditionen im deutschen Sprachraum, die sich zum Teil bis ins Altertum zurückverfolgen lassen.  In der Geschichte hat es nie eine gemeinsame Doppelnamensführung von Ehegatten gegeben. In Süddeutschland führte die verheiratete Frau, beeinflusst durch das römische Recht, bis in die Neuzeit hinein den Familiennamen ihrer eigenen Familie. In Norddeutschland, wo die Frau nach eher germanischen und sächsischen Rechtstraditionen in der Familie oder Sippe des Mannes aufging, folgte sie auch namensrechtlich ihrem Mann. Da auch alle Traditionen mal ihren Anfang nehmen, muss die Zukunft zeigen, ob sich der Wunsch mancher Ehepaare nach einem gemeinsamen Doppelnamen durchsetzen wird.

Entscheidet sich das Paar nun für den Namen Müller als Familiennamen, kann nur die Braut den Doppelnamen Meier-Müller oder Müller-Meier tragen. Bestimmen die beiden den Ehenamen Meier, dann darf Thorsten Meier-Müller oder Müller-Meier heißen.

 WELCHEN NAMEN TRAGEN DIE KINDER

Die leiblichen Kinder tragen den Namen, der als Ehename gewählt wird. Wenn man seinen Namen behält, muss man nach spätestens einen Monat nach der Geburt entschieden haben, welchen dieser beiden Namen das Kind tragen soll. Bei einem Doppelnamen trägt das Kind nur den einzelnen Namen. Wenn der Vater also Müller heißt und die Frau einen Doppelnamen nutzt, wird das Kind Müller heißen. Trägt der Mann den Doppelnamen, wird das Kind den Namen der Mutter tragen, also statt Müller dann eben Meyer oder wie die Mutter auch mit Nachnamen heißen mag!

Ist das Kind nicht ehelich, kann es nicht einfach einen anderen Namen erhalten. Hier muss der Vater dann einer Adoption zustimmen! Dies muss nicht unbedingt zur Heirat geschehen, auch später kann das Kind noch den Namen mit Erlaubnis ändern.

 Widerruf des Doppelnamens

Sollte Ihnen aus einem bestimmten Grund der Doppelname nicht mehr zusagen – sei es wegen der langen Unterschrift – können Sie diesen durch eine öffentlich beglaubigte oder beurkundete Erklärung bei Ihrem Standesamt widerrufen. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Standesamt in Verbindung!

Wenn einer von Ihnen beiden oder wenn Sie beide eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, gelten für Sie grundsätzlich die gesetzlichen Bestimmungen Ihres Heimatlandes und Sie haben vielleicht gar keine oder sogar weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Darüber kann Sie nur das Standesamt zuverlässig informieren, dass die Anmeldung Ihrer Hochzeit entgegen nimmt.