Namensrecht zur Hochzeit

Das seit dem 1.7.1976 geltende Namensrecht (§§1355ff.BGB) bietet Ihnen bei der Wahl Ihrer Familiennamen nun mehrere Möglichkeiten, einen Familiennamen zu bestimmen.
Anm.: Die getrennte Namensführung für Ehegatten gibt es gesetzlich erst seit 1994, von 1976 bis 1991 musste man den Namen des Mannes oder den der Frau zum Ehenamen bestimmen. (Von April 1991 bis 1994 galt ein Beschluß des Bundesverfassungsgerichts, der die getrennte Namensführung vorübergehend regelte. Der hat heute natürlich keine Bedeutung mehr).

Beispiele der Namensführung Müller/Meier

Möglichkeit 1 - Getrennte Namensführung
Schöne Alben für Ihre Hochzeitsfotos Wenn das Brautpaar keinen gemeinsamen Familiennamen wählt, behält jeder seinen Familiennamen wir vor der Eheschließung. Dies kann auch ein Name aus einer früheren Ehe sein. Maria heißt also weiter Meier und Thorsten eben Müller. Bei der Geburt des ersten Kindes müssen die Eltern aber bestimmen, ob das Kind den Geburtsnamen der Mutter oder den des Vaters erhalten soll. Die Bestimmung gilt auch für alle nachfolgenden Kinder!

Möglichkeit 2 - Gemeinsamer Familienname
Bei einer Eheschließung kann der Geburtsname der Frau oder der des Mannes zum gemeinsamen Familiennamen bestimmt werden. Eine Änderung ist leider später nicht mehr möglich! Der Geburtsname ist nicht unbedingt der Name, den Braut oder Bräutigam bei ihrer Geburt bekommen haben, sondern der Familienname, der zum Zeitpunkt der Hochzeit in der Geburts- oder Abstammungsurkunde steht. Auch ist es nicht möglich, einen Namen aus einer früheren Ehe zum Ehenamen der neuen Ehe zu bestimmen. 
Wenn beide sich aber zum Zeitpunkt der Eheschließung noch nicht sicher sind, und erst einmal den eigenen Geburtsnamen behalten möchten, so können sie die Wahl eines gemeinsamen Namens jederzeit während der Ehe durch eine Erklärung bei ihrem Wohnsitzstandesamt nachholen. 

Möglichkeit 3 - Doppelname
Ein gemeinsamer Doppelname, den beide Ehepartner tragen, ist rechtlich nicht zugelassen. Dies ist sicherlich eine Frage der Rechtstraditionen im deutschen Sprachraum, die sich zum Teil bis ins Altertum zurückverfolgen lassen.  In der Geschichte hat es nie eine gemeinsame Doppelnamensführung von Ehegatten gegeben. In Süddeutschland führte die verheiratete Frau, beeinflusst durch das römische Recht, bis in die Neuzeit hinein den Familiennamen ihrer eigenen Familie. In Norddeutschland, wo die Frau nach eher germanischen und sächsischen Rechtstraditionen in der Familie oder Sippe des Mannes aufging, folgte sie auch namensrechtlich ihrem Mann. Da auch alle Traditionen mal ihren Anfang nehmen, muss die Zukunft zeigen, ob sich der Wunsch mancher Ehepaare nach einem gemeinsamen Doppelnamen durchsetzen wird. 
Entscheidet sich das Paar nun für den Namen Müller als Familiennamen, kann nur die Braut den Doppelnamen Meier-Müller oder Müller-Meier tragen. Bestimmen die beiden den Ehenamen Meier, dann darf Thorsten Meier-Müller oder Müller-Meier heißen. 
Die in dieser Ehe geborenen Kinder erhalten dann automatisch den Ehenamen der Eltern als Familiennamen. Die Kinder können auch nicht den Doppelnamen des einen Elternteils übernehmen. Für die Beantragung eines Doppelnamens müssen Sie beim Standesamt einen Beitrag von € 17,- entrichten 

Sollte Ihnen aus einem bestimmten Grund der Doppelname nicht mehr zusagen - sei es wegen der langen Unterschrift - können Sie diesen durch eine öffentlich beglaubigte oder beurkundete Erklärung bei Ihrem Standesamt widerrufen. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Standesamt in Verbindung! 

Wenn einer von Ihnen beiden oder wenn Sie beide eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, gelten für Sie grundsätzlich die gesetzlichen Bestimmungen Ihres Heimatlandes und Sie haben vielleicht gar keine oder sogar weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Darüber kann Sie nur das Standesamt zuverlässig informieren, dass die Anmeldung Ihrer Hochzeit entgegen nimmt.